Ein Riese namens Heimat – von Christian Humberg

Knapp achthundert Quadratkilometer Natur, Wanderwege, Felslandschaften, malerische Dörfer und pittoreske Schluchten – das und mehr ist der Deutsch-Luxemburgische Naturpark. Entstanden aus dem Willen nach Kooperation und Bewahrung der natürlichen Schönheit der Region, beweist der im April 1964 errichtete Park eindrucksvoll, was an Sauer und Our, in der Südeifel wie im Müllerthal besonders faszinierend ist: das Land und seine Leute.

Natur als Brückenschlag

Dieses Buch handelt von einem Giganten, in mehrfacher Hinsicht. Denn der Deutsch-Luxemburgische Naturpark beeindruckt längst nicht nur durch seine Maße und seine landschaftliche Vielfalt. Auch seine historisch-politische Bedeutung ist immens – genau wie die Geschichte und die Geschichten der Menschen, die in und mit ihm leben. Etwa nahe der Teufelsschlucht, jenem Souvenir aus der letzten Eiszeit, dessen Felsenlandschaft ihresgleichen sucht. Etwa in der kleinen Luxemburger Schweiz mit ihren geschichtsträchtigen Ortschaften und Wanderwegen. Etwa an den bewaldeten Hängen der plätschernden Our. Man braucht sich nur umzudrehen, schon sieht man sich einer neuen interessanten Facette unseres Giganten gegenüber. Die vielseitige Landschaft ist sein wohl wertvollstes Gut. Was sie uns lehrt, macht in Gestalt des Naturparks bis heute Schule: Dies- und jenseits der politischen Grenzen wachsen in der Region die gleichen Mischwälder und Obstsorten, zwitschern die gleichen Vogelarten. Die Natur kommuniziert hier Einheit und Zusammengehörigkeit, und wer in ihr lebt, spiegelt diese Einheit wider. »Wir fuhren nie ›nach Luxemburg‹«, erinnert sich beispielsweise Peter Wagner, pensionierter Hotelier aus dem grenznahen Irrel, »sondern schlicht ›nach Echternach‹.« Der Gang zu den Nachbarn gilt in der Region als etwas völlig Natürliches. Grenzen? Welche Grenzen? Der Park unterstreicht diesen Aspekt eindrucksvoll. Er will Vergangenes bewahren, Gegenwärtiges schützen und die Zukunft gestalten – beiderseits von Sauer und Our, im Islek wie im Ferschweiler Plateau. Er ist sich seiner Historie und seiner Traditionen bewusst, kennt seine Stärken und lebt auf jedem seiner knapp achthundert Quadratkilometer den Facettenreichtum seiner Natur, der menschlichen wie der anderen. Unser Buch will Ihnen einen Einblick in diesen Facettenreichtum vermitteln. Es lädt Sie ein zu einem ausgedehnten Streifzug durch eine vielfältige und natürliche Region Europas. Begleiten Sie uns in Wort und Bild zu trutzigen Burgen und seltenen Tieren, zu zukunftsweisenden Städten und in romantische Dörfer, zu den geographischen wie organisatorischen Ursprüngen eines Ideals – kurz gesagt: zu den Menschen hinter und den Menschen im Deutsch-Luxemburgischen Naturpark. Blättern Sie ruhig um. Nichts weniger als ein Riese erwartet uns auf den folgenden Seiten, und sein Name lautet Heimat.

Eine Brücke namens Natur

Die Tintesmühle liegt im nördlichsten Zipfel Luxemburgs, im Grenzland zu Belgien und Deutschland. Die Betreiber des nahen Campingplatzes beschreiben sie als eine der einsamsten Mühlen des gesamten Großherzogtums. Und auch die Brücke, die dort umgeben von dichten Wäldchen und grünen Wiesen über den Grenzfluss Our führt, sieht auf den ersten Blick nicht sonderlich bedeutsam aus; bei ihrer Eröffnung regnete es so fürchterlich, dass sich die Mitglieder des aufspielenden Musikvereins, so erinnern sich Zeitzeugen, mehrmals das eiskalte Wasser aus den Instrumenten schütten mussten. Und doch ist die Brücke dort im idyllischen Ourtal etwas ganz Besonderes. Sie ist nicht weniger als ein Stück europäische Geschichte. Denn mit ihr wurde faktische Realität, was lange Jahre »nur« ein frommer Wunsch und eine zwischenstaatliche Vereinbarung gewesen war: Der Deutsch-Luxemburgische Naturpark verband – ausgerechnet an Luxemburgs »einsamster Mühle« – die Nationen…

Den ganzen Text von Christian Humberg gibt es im Buch »Ein Riese namens Heimat – Streifzüge durch den Deutsch-Luxemburgischen Naturpark«, das hier bestellt werden kann.

Blick ins Buch:

Text: Christian Humberg
Übersetzung: Iris Rutz-Rudel
Fotografien: Sven Nieder, Dominik Scheid, Heiko Kapeller, uvm.
Gestaltung: Björn Pollmeyer
Gebundene Ausgabe, 144 Seiten
Sprache: Deutsch & Französisch
ISBN-13: 978-3-9814113-2-4

Zusätzliche Fotografien von: Raymond Clement, Christiane Dreher,  Josef Gaspers, Charly Schleder, Peter Wagner