Das Jünkerather Schloss

Sagenhafte Vulkaneifel
Das Jünkerather Schloss

Das Jünkerather Schloss

Betend harrt man in der Kapelle. Fromm sind die Blicke Aller zum Altar gerichtet. Die Musik der kleinen Orgel erklingt und mischt sich mit dem Klang des pfeifenden und heulenden Windes, der draußen sein Unwesen treibt. Nur kurz zuvor war man, bei bestem Sommerwetter und schönstem Vogelgezwitscher durch Flur und Ort gezogen, hatte feierlich die Fronleichnamsprozession begangen, wie in jedem Jahr. Nur in diesem Jahr übertönte das gemeinsame Beten und Singen eine andere Musik aus der Ferne. Im Schloss Jünkerath, dass nach langer Bauzeit in prächtigem Glanze erstrahlte, feierte man seit dem Vortag ein rauschendes Fest.

Das Jünkerather SchlossDer junge Graf von Manderscheid hatte geladen, den Stolz seiner Baukunst den staunenden, hochrangigen Gästen von Adel zu präsentieren. Das Fest war in solch rauschendem Verlauf, der Hausherr derart von Eitelkeit erfüllt, dass man den anbrechenden Tag nicht mehr wahrnahm und sich verhielt, als gäbe es keinen Morgen mehr. Der Wein floss in Strömen, die Tische bogen sich vor Köstlichkeiten, und man tanzte wild und sang zweideutige Lieder. Da zog von weitem ein Unwetter heran, der Himmel verfinsterte sich, der Wind begann zu brausen, erste Tropfen fielen, sodass die Menschen des Dorfes, die mit der Prozession unterwegs waren, ihre Schritte beschleunigten und rasch auf ihre Kapelle zusteuerten, in der sie gerade noch rechtzeitig Schutz vor dem drohenden Ungemach fanden. Und schon schleuderten Blitze vom Himmel, dass Donnern erdröhnte, das Schloss ward strafend getroffen und ging jäh in Flammen auf. Lichterloh brannte es hernieder bis auf die Grundmauern und mahnt seither vor Hochmut und Eitelkeit.

1737 brannte das erst in den Jahrzehnten zuvor aufwändig hergerichtete Schloss Jünkerath nieder, welches als herrschaftlicher Adelssitz einen prächtigen Eindruck gemacht haben soll. In der Sage wird das Brandunglück als Urteil Gottes überliefert,
woraus folgt, dass der Mensch das Schloss nicht wieder aufbauen darf.

Das Jünkerather Schloss

Lichtmaler: Hans Nieder, Sven Nieder

Verortung: 50° 21‘ 0“ N, 6° 34‘ 18“ O

Die Fotografie und der Text entstammen dem Eifelkalender „Sagenhafte Vulkaneifel – Bildkalender 2017“ der Kreissparkasse Vulkaneifel.

Fotografie: © Sven Nieder | Text © Dr. Tim Becker

Die Fotografien können bei der Galerie Augarde in limitierter Auflage erworben werden.
Mobil: +49 (0) 171 63 12 714
Mail: kunstgalerieaugarde@gmail.com

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